Open

Golden Hour (Teil 1)



Was haben Rhabarberkuchen und die Magische Stunde gemeinsam? Eigentlich nichts. Nur, dass die Bilder am gleichen Tag entstanden sind.
Erst naschen und dann an die Arbeit.


Im Vorbeifahren hab ich gesehen, dass auf den Obstwiesen der Kerbel (Anthriscus sylvestris) schon in voller Blüte steht. Seine zarten, weißen Schirmblüten leuchten über dem satten Grün. Im Gegenlicht zur Goldenen Stunde kann man den Anblick nur magisch nennen. Das hat mich auf die Idee zu einem ersten Tipps-und-Tricks-Post gebracht (wie sich später herausstellte, ist das Thema für einen Post viel zu umfangreich):
Photographieren in der 'Goldenen Stunde'
Doch zuerst heißt es, sich durch das hüfthohe Gras einen günstigen Standplatz zu erkämpfen. 
(Hier im Süden sollten man dabei auf keinen Fall den Zeckenschutz vergessen! Ich steck mir immer extra noch die Hose in die Socken. Sieht blöd aus, ist aber eine recht wirksame Methode.)

Die Goldenen Stunde kann man zweimal am Tag erleben. Früh, kurz nach Sonnenaufgang, und abends, bis Sonnenuntergang.
Wann genau die Goldene Stunde früh morgens endet bzw. abends beginnt, ist nicht festgelegt. Im Netz findet man unterschiedliche Programme - sowohl für PC als auch die mobilen Geräte - die Beginn und Ende anhand eines bestimmten Sonnenstandes berechnen. Eine sehr umfangreiches Programm wird beispielsweise hier zur Verfügung gestellt. Wenn ihr euch die Listen und Berechnungen anseht, werdet ihr schnell feststellen, dass 'Stunde' nur im übertragenen Sinn gemeint ist.
Wichtig ist deshalb, sich immer rechtzeitig auf den Weg zu machen. Denn je nach Standort kann die Zeit, die einem zum Photographieren verbleibt, auch deutlich kürzer ausfallen, als die Berechnungen angeben. Diese gehen nämlich im Normalfall vom Sonnenuntergang hinter dem Horizont auf Meereshöhe aus. Steht ihr in einem Tal oder auch einer Häuserschlucht (wunderschöne Bilder zur Magische Stunde in der Großtstadt findet ihr z.B. hier), müsst ihr diese Hindernisse in die Berechnung einbeziehen.


Außerdem solltet ihr eine Kamera besitzen, bei der man die wichtigsten Einstellungen wie Blende, Belichtungszeit, ISO und Weißabgleich manuell vornehmen kann. Anderenfalls können die Bilder leicht verrauscht oder verwackelt werden, wenn eure Kamera automatisch einen zu hohen ISO-Wert oder eine zu lange Belichtungszeit wählt.

Um diese Tageszeit lässt sich zwar schon bzw. noch recht gut ohne Stativ photographieren, ich gehen aber gern auf Nummer sicher. Habt ihr kein Stativ, sucht euch einen sicheren Platz, an dem ihr die Kamera ablegen könnt, und benutzt den Selbstauslöser. Auch längere Belichtungszeiten sind damit kein Problem.



Wenn ihr eher weniger Zeit in Nachbearbeitung investieren wollt und eure Bilder im jpg-Format aufnehmt, solltet ihr noch darauf achten, euren Weißabgleich auf 'wolkig' zu stellen. Der automatische Weißabgleich kann viel von der wunderbaren Stimmung zunichte machen, indem er den warmen Ton des Lichtes neutralisiert.

Soviel für heute. Im nächsten Tipps-und-Tricks-Post möchte ich noch einmal genauer darauf eingehen, warum die Magische Stunde so besonders ist und welche Vorteile sie uns beim Photographieren bieten kann.