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Golden Hour (Teil 2)



Warum sind eigentlich alle so versessen auf die Goldenen Stunde? Diese Versessenheit geht teilweise so weit, dass man immer wieder lesen kann, Photographieren zu anderen Tageszeiten gibt sowieso keine schönen Bilder. Das ist natürlich Quatsch. Photographieren kann man zu jeder Tageszeit, man muss nur wissen, was und wie.

Einer der Gründe, warum wir das Morgen- und Abendlicht lieben, ist, es macht das Photographieren einfacher. Die sonst so harten Schatten werden abgemildert, Lichter brennen nicht (so schnell) aus, die ganze Szenerie wird weichgezeichnet. Dazu noch die warme Tönung, die selbst den blassesten Stubenhocker wie nach einem 3-wöchigen Mallorca-Urlaub aussehen läßt ... für Portraitphotographen die perfekten Voraussetzungen für seine Aufnahmen. Er kann seine Models direkt in die Sonne blicken lassen, ohne dass sie die Augen zukneifen müssen oder ihnen im Gegenlicht einen 'Heiligenschein' zaubern. Dazu kommen die unendlichen Möglichkeiten, mit den derzeit so beliebten Lichtreflexionen (Lens Flares) zu spielen, die entstehen, wenn Sonnenstrahlen die Linse treffen. Ich photographiere nur sehr wenige Portraits, aber zur Veranschaulichung könnt ihr euch hier umsehen.

Auch Landschaftsphotographien profitieren von diesem Licht. Die Schatten werden nicht nur weicher, sondern auch länger. Das Photo gewinnt durch diese zusätzlichen Strukturen an Dimension, es wird interessanter.


Und natürlich lassen sich markante Punkte in der Landschaft oder Pflanzen sehr gut mit Gegenlicht in Szene setzen. Zusätzlich entsteht bei weit geöffneter Blende ein wunderschönes Bokeh.